Lithium-Ionen-Akkus sind aus unserem Arbeitsalltag nicht mehr wegzudenken. Sie stecken nicht nur in Alltagsgegenständen wie Smartphones, Tablets, E-Bikes und Elektroautos, sondern auch in zahlreichen weiteren Werkzeugen und Arbeitsgeräten.
Mit ihrer zunehmenden Verbreitung steigt jedoch auch das Risiko von Akkubränden. Herkömmliche Feuerlöscher sind für solche Brände oft nur eingeschränkt geeignet, weshalb spezielle Lithium-Ionen-Feuerlöscher immer wichtiger werden.
In diesem Artikel zeigen wir, welche verschiedenen Feuerlöscher es gibt und worin sie sich unterschieden. Außerdem erklären wir, warum bei einem Akkubrand besondere Vorsicht geboten ist und was Lithium-Ionen-Feuerlöscher genau auszeichnet.
Überblick: Diese Arten von Feuerlöschern gibt es
Je nach Brandklasse kommen unterschiedliche Feuerlöscher zum Einsatz. Die Wahl des richtigen Löschmittels ist entscheidend, um einen Brand effektiv zu bekämpfen und Folgeschäden zu vermeiden. Diese Arten gibt es:
- Wasserlöscher eignen sich vor allem für Brände fester Stoffe wie Holz, Papier oder Textilien. Sie löschen durch Kühlung des Brandherdes.
- Schaumlöscher werden häufig in Büros, Wohngebäuden oder Gewerbebetrieben eingesetzt. Sie sind für feste Stoffe und Flüssigkeitsbrände geeignet und hinterlassen geringe Rückstände.
- Pulverlöscher gelten als vielseitige Allrounder und können verschiedene Brandklassen bekämpfen. Allerdings verursachen sie oft erhebliche Verschmutzungen und Folgeschäden an empfindlichen Geräten.
- CO₂-Feuerlöscher löschen durch Verdrängung des Sauerstoffs und eignen sich insbesondere für elektrische Anlagen und technische Einrichtungen.
- Fettbrandlöscher sind speziell für Brände von Speiseölen und Speisefetten entwickelt worden. Sie kommen vor allem in Großküchen, Restaurants, Kantinen oder privaten Küchen zum Einsatz.
- Lithium-Ionen-Feuerlöscher wurden entwickelt, um die besonderen Herausforderungen von Akkubränden zu bewältigen. Sie enthalten Löschmittel, die eine starke Kühlwirkung entfalten und eine erneute Entzündung erschweren.
Warum erfordert ein Akkubrand einen speziellen Feuerlöscher?
Brände von Lithium-Ionen-Akkus unterscheiden sich grundlegend von herkömmlichen Bränden. Wenn ein Akku beschädigt, überladen oder durch einen technischen Defekt beeinträchtigt wird, kann es zu einem sogenannten „Thermal Runaway“ kommen. Dabei steigt die Temperatur im Inneren der Batterie unkontrolliert an.
Die dabei entstehenden chemischen Reaktionen setzen große Mengen Energie frei. Gleichzeitig können brennbare Gase austreten, die sich entzünden oder sogar explosionsartig reagieren. Besonders problematisch ist dabei, dass sich die Reaktion innerhalb einzelner Batteriezellen fortsetzen kann, selbst wenn die sichtbaren Flammen bereits gelöscht wurden.
Normale Feuerlöscher können die hohen Temperaturen häufig nicht ausreichend reduzieren. Deshalb besteht die Gefahr, dass sich der Akku nach kurzer Zeit erneut entzündet. Eine effektive und langfristige Kühlung ist bei Lithium-Ionen-Bränden daher der entscheidende Faktor.
Das macht einen Lithium-Ionen-Feuerlöscher aus
Lithium-Ionen-Feuerlöscher wurden speziell für die Bekämpfung von Bränden an Lithium-Ionen-Akkus entwickelt. Im Mittelpunkt steht dabei nicht nur das Ersticken des Feuers, sondern vor allem die langanhaltende Kühlung des betroffenen Akkus, um eine weitere Brandreaktion einzudämmen.
Die verwendeten Löschmittel verfügen häufig über spezielle Additive, die das Eindringen in den Akku verbessern und die Wärmeaufnahme erhöhen. Dadurch kann die Temperatur deutlich schneller gesenkt werden als mit herkömmlichen Löschmitteln.
Ein weiterer Vorteil besteht darin, dass die Gefahr einer Wiederentzündung reduziert wird. Da bei Akkubränden oft über einen längeren Zeitraum gekühlt werden muss, bieten spezielle Lithium-Ionen-Feuerlöscher hierfür deutlich bessere Voraussetzungen.
Aus diesen Gründen sollten Lithium-Ionen-Feuerlöscher überall dort zur Grundausstattung gehören, wo regelmäßig mit Lithium-Ionen-Batterien gearbeitet wird. Deshalb kommen sie meist in Werkstätten, Lagerhallen, Logistikzentren, E-Bike-Geschäften oder Unternehmen mit Elektrofahrzeug-Flotten zum Einsatz.
Verhalten bei Bränden mit Lithium-Ionen-Akkus
Kommt es zu einem Brand eines Lithium-Ionen-Akkus, sollte die eigene Sicherheit immer an erster Stelle stehen. Bereits in der Entstehungsphase können giftige Rauchgase freigesetzt werden. Folgende Maßnahmen sind zu beachten:
- Bewahren Sie Ruhe und verlassen Sie umgehend den Gefahrenbereich.
- Warnen Sie alle anwesenden Personen und verständigen Sie sofort den Notruf.
- Unternehmen Sie Löschversuche nur dann, wenn keine Gefahr für Ihre eigene Sicherheit besteht.
- Setzen Sie nach Möglichkeit einen geeigneten Lithium-Ionen-Feuerlöscher ein.
- Halten Sie ausreichend Abstand zum Brandherd, da Batteriezellen platzen oder Teile weggeschleudert werden können.
- Beobachten Sie den betroffenen Akku auch nach dem Löschen weiterhin aufmerksam, da eine Wiederentzündung jederzeit möglich ist.
- Informieren Sie die Einsatzkräfte darüber, dass ein Lithium-Ionen-Akku vom Brand betroffen ist.
Besonders bei größeren Batteriesystemen, zum Beispiel in Elektrofahrzeugen oder Energiespeichern, sollte die Brandbekämpfung jedoch grundsätzlich der Feuerwehr überlassen werden, um keine unnötigen Risiken einzugehen.
Fazit
Herkömmliche Feuerlöscher stoßen bei Akkubränden häufig an ihre Grenzen, da sie die enorme Hitzeentwicklung und das Risiko einer Wiederentzündung nicht ausreichend berücksichtigen. Für Unternehmen und Einrichtungen, in denen regelmäßig Lithium-Ionen-Batterien genutzt oder gelagert werden, sollten spezielle Lithium-Ionen-Feuerlöscher daher im Brandschutzkonzepts mitgedacht werden.
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